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Semantische Suche

Vor einigen Wochen ging es durch die Presse: Google startet mit „Knowledge Graph“ eine neue Generation der Suchmaschine mit semantischen Funktionen. Aber was hat das zu bedeuten?

Internet und SEO: Googles semantische Suche

Hier zunächst ein kleiner Exkurs zur „Semantik“:
Der Begriff „Semantik“ geht auf ein altgriechisches Wort zurück, das mit dem Verb „bezeichnen“ übersetzt werden kann. Entsprechend steht bei der Theorie der Semantik die Beziehung und die Bedeutung von Zeichen im Mittelpunkt der Betrachtungen.

Zeichen können dabei einzelne Wörter, Worte im Sinne ganzer Sätze oder Teilsätze oder auch nur Symbole sein. Die Semantik ist somit die Wissenschaft von der Bedeutung der Zeichen.
Bezieht sich die Semantik als Bedeutungslehre nur auf die Zeichen einer Sprache, spricht man von linguistischer Semantik. Und wenn es um die Aussage von Zeichen und Zeichensystemen geht, von Semiotik.

Die inhaltliche Beziehung zählt für das Suchergebnis

Bei der von Google angekündigten Neuerung handelt es sich gemäß der vorangegangenen Ausführungen somit um eine Suche, die Ergebnisse nicht nur nach Schlagworten, sondern nach einem inhaltlichen Zusammenhang liefert. Entscheidend für das Suchergebnis sind somit die Beziehungen von Begriffen untereinander und nicht allein die Relevanz eines Suchbegriffes auf einer Seite.

Google plant als Ergebnis einer Suche künftig nicht nur eine Liste mit wahllos recherchierten Seiten zur Verfügung zu stellen, sondern gleich Antworten zu einem Themenbereich zu geben.

Ein Beispiel: Die Suche nach einer geschichtlichen Epoche wie dem Mittelalter ergibt nicht nur eine lange Liste mit Webseiten, auf denen von „Mittelalter“ die Rede ist, sondern liefert sofort eine Aufstellung von Fakten wie Jahreszahlen, Hintergründe und bedeutende Zeitzeugen wie Könige, Künstler, Kirchenfürsten etc.

  • Aber wie will Google es schaffen, die Verbindungen zwischen einzelnen Begriffen herzustellen?
  • Und woher will die Suchmaschine wissen, in welchem Kontext der einzelne Nutzer Informationen wünscht?

Dazu hat Google im Jahr 2010 eingekauft: die Datenbank Freebase vom Spezialisten in Sachen Semantik, Metaweb.
„Knowledge Graph“ durchsucht somit künftig das Internet und eine Datenbank mit hunderten Millionen von Objekten und Milliarden von Angaben über die Beziehungen zwischen den Objekten.
Und noch mehr: Knowledge Graph lernt die Gewohnheiten und Interessen eines jeden Nutzers kennen und bietet entsprechend nur für diesen User relevante Ergebnisse an.

Für den Suchenden bedeutet dies gewiss eine Erleichterung und vor allem eine Zeitersparnis. Allerdings erfährt seine Wissensumgebung aufgrund der Ergebnisauflistung nach persönlichen Vorlieben möglicherweise eine Einschränkung.

Wettbewerbsdruck und höhere Anzeigenerlöse als Triebfeder

Aber was hat Google von dieser aufwendigen Innovation? Schneller sein als die Wettbewerber Facebook und Microsoft mit ihren gigantischen Datenpools und, ganz klar, eine äußerst profitabel zu vermarktende Schaltung von Anzeigen.