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Das Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild gilt auch in der Ferienzeit!

Der Urlaub ist die sch�nste Zeit des Jahres und die vielen neuen Erlebnisse wollen in Bildern festgehalten werden. Doch die Daheimgebliebenen sollen sich ebenfalls freuen d�rfen. Was liegt somit n�her, als die sch�nen Motive von fr�hlichen Menschen �ber Facebook und Co. zu verbreiten?

Allerdings kann hierbei ein allzu sorgloses Vorgehen mit einer hohen Geldstrafe oder sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.

Recht in der Kommunikation: Das Recht am eigenen BildDie Gesetzeslage zum Bildnisrecht

Der Hintergrund ist das Recht am eigenen Bild – ein allgemeines Pers�nlichkeitsrecht respektive das „Recht auf Achtung und Entfaltung der Pers�nlichkeit“.
Die Rechtsgrundlage f�r das Recht am eigenen Bild wiederum ist das „Urheberrecht an Werken der bildenden K�nste und der Photografie“, kurz KunstUrhG, vom 9. Januar 1907. Und auch wenn sich bis heute einige Neuerungen ergeben haben, gilt dieses Gesetz in seinen Grundz�gen noch immer.

Kernaussage des KunstUrhG: „Bildnisse d�rfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder �ffentlich zur Schau gestellt werden.“

Ausnahmen sind nach dieser Gesetzteslage von 1907 gegeben, wenn

  • es sich um Abbildungen aus dem Bereich der Zeitgeschichte handelt
  • Personen nur als Beiwerk in einer Landschaft oder einem sonstigen �rtlichen Kontext zu sehen sind
  • Personen im Rahmen von gr��eren Versammlungen abgebildet werden
  • Bilder einem h�heren k�nstlerischen Interesse dienen.

Doch Achtung: Diese Ausnahmen wurden durch die neue Rechtssprechung zum Teil revidiert.

Vorsicht bei der Ablichtung von Prominenten

So wurde die in der deutschen Rechtssprechung g�ngige Unterscheidung in Privatpersonen und „absoluten bzw. relativen Personen der Zeitgeschichte“ durch ein Urteil des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte relativiert. Zuvor durften in der �ffentlichkeit „absolute Personen der Zeitgeschichte“ und „relative Personen der Zeitgeschichte“ auch ohne deren Einwilligung fotografiert und die Bilder verbreitet werden. Nun muss gepr�ft werden, ob bei deren Fotos zeitgeschichtliche Relevanz vorliegt. Ganz ausgeschlossen vom Recht der Ver�ffentlichung sind ohnehin Bilder von Prominenten, die in privaten R�umen sowie in R�ckzugsbereichen aufgenommen wurden. Hier greift das „Grundrecht auf Schutz des Familien- und Privatlebens“.

Generell gilt jedoch: Je mehr eine Person sich in der �ffentlichkeit bewegt und je mehr ihr Tun von �ffentlichem Interesse ist, umso eher k�nnen Fotos und sonstige Abbildungen erstellt und medial verwertet werden.

Privatpersonen genie�en besonderen Schutz

Und damit w�ren wir wieder beim Thema Urlaubsfotos und damit Bilder von Privatpersonen. Diese d�rfen niemals ohne Zustimmung der Abgebildeten ver�ffentlicht werden. Auch dann nicht, wenn diese Personen nur in einer Menschenmenge zu erkennen sind.

Relevant f�r die Notwenigkeit einer Zustimmung ist die individuelle Erkennbarkeit. Und diese kann sich bereits aus dem thematischen Kontext ergeben. Selbst die aus den Medien bekannten Balken vor den Augen eines Abgebildeten k�nnen die Identifizierbarkeit einer Person bisweilen nicht verhindern.
Und die Grenzen sind flie�end, denn ein Beweis f�r die Erkennbarkeit muss nicht gef�hrt werden. Allein der Verdacht gen�gt!

Doch der Schutz von Privatpersonen geht noch weiter: Das blo�e Erstellen eines Fotos verletzt mitunter das Recht am eigenen Bild.

Anspruch auf L�schung bei Verletzung der Privatsph�re

Wer sich in seiner Privatsph�re verletzt f�hlt, kann vom Fotografierenden die L�schung der Aufnahme fordern. Und dies vor allem dann, wenn die fotografierte Person Grund zur Annahme hat, dass ihr Bildnis medial verbreitet werden soll, wie etwa bei einem Foto via Smartphone.

Daher kann mein Rat nur lauten: Seien Sie vorsichtig, wen Sie wann und in welchem Kontext f�r Ihre pers�nlichen Erinnerungsfotos ablichten. Selbst wenn es sich bei den abgebildeten Personen um Freunde und Bekannte handelt: Bitten Sie diese um ihre Einwilligung, bevor Sie deren Fotos via Facebook auf die virtuelle Reise schicken. Damit die sch�nste Zeit des Jahres auch in sch�nster Erinnerung bleibt!